Rosshaar? Ist das pferdefreundlich?

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Wir erhielten eine Mail in der unsere Bürsten als „Made in Germany“ gelobt wurden, aber….

Hier ein Auszug der Mail an uns:
„Leider erwähnen Sie mit keinen Wort, woher die anderen Materialien der Bürsten stammen, vor allem das Rosshaar.

122_14_facebookRosshaar, welch ein schönes Wort. Aber was steckt dahinter: Schlachtpferde. Woher kamen diese Pferde, wo wurden sie geschlachtet und vor allem: wie ging es Ihnen dabei, wurden sie lange transportiert? Alles wirklich made in Germany? Oder vielleicht doch Mexiko oder Polen? Haben Sie schon einmal Filme darüber gesehen? Ich kann Ihnen gerne welche schicken.
Mich macht es traurig, wie mit den Tieren dieser Welt für unseren Konsum umgegangen wird. Noch trauriger macht es mich, wenn Menschen, die Pferde lieben, diese Realität einfach so hinnehmen.
An tierschutzrelevante Fragen bei der Produktion von Lederutensilien und Bürsten für den Reitsport denken nur wenige. Die eigenene Pferde lieben und andere schlachten lassen für Rosshaar-Produkte…wer braucht diese wirklich? Ich habe keine Rosshaar-Produkte für mein Pferd und es ist trotzdem sauber.

Es wäre schön, wenn auch im Reitsport endlich diesbezüglich ein Umdenken in Gang kommen würden.
Man könnte bei den Bürsten ja schon mal anfangen 🙂

P.S. Wildschweinborsten würde ich auch nicht kaufen, denn diese (also die Wildschweine) fallen meist auch nicht beim ersten Schuss einfach um…sondern werden oft nur schwer verletzt oder bei Treibjadgen panisch durch den Wald gejagt…“ (Autor bekannt)

Was antwortet man darauf? Wie schreibt man da zurück?

Wir selbst sind sogenannte Flexitarier. Wir haben nach einem 6-Wochen-Versuch vegan zu leben unseren Fleischkonsum noch drastischer reduziert. Aber wir verzichten nicht auf ein wirklich gutes Stück Fleisch, welches „fair produziert“ wurde. Sind wir doch mal ehrlich, würden wir gar kein Fleisch essen, gäbe es viele Tier überhaupt nicht mehr. Würden wir wie PETA fordert auch unsere Pferde nicht reiten, gäbe es auch keine Pferde mehr. Aber zurück zu den Borsten…

Wir produzieren in Deutschland, aber unsere Hersteller haben freie Auswahl bei Ihrem Materialeinkauf. Wir schauen selbstverständlich darauf, wo das Material herkommt, genau das ist ja unsere Philosophie, aber Wildschweinborste kommt nun mal aus China und das schon Jahrhunderte.

Der nächste Punkt, würden wir jetzt haarklein darauf achten, wie das Rosshaar produziert werden würde, wo es genau herkommt. Ist das Pferd artgerecht gehalten, wird es vor Ort geschlachtet, hatte es ein gutes Leben? Wer würde uns das noch bezahlen? Seid ehrlich würdet ihr mind. 50 Euro für eine Bürste ausgegeben? Und wieviel der Reiter machen das? Von einer verkauften Bürste können wir noch lange nicht leben.

Verzichtet man ganz auf natürliche Borsten? Dann fördert man aber wieder die Produktion von Kunststoffen, welche den Müllberg wachsen lassen. Halten wir persönlich nicht für umweltfreundlich, und in diesem Sinn auch weder für menschenfreundlich, noch für tierfreundlich. Also wie immer, wie man es macht ist es falsch. Man müsste im Reitsport auf einiges an natürlichen Materialien verzichten! Aber ehrlich gesagt möchte ich nicht mit Plastik satteln oder trensen. Ist es nicht besser man setzt auf altbewährte Qualität, die auch lange hält. Also man schränkt seinen Konsum ein, kauft aber dafür Qualität. Geht es nicht einfach darum die Waage zu halten? Schritt für Schritt in eine umweltfreundliche Richtung, und dabei steht bei mir umweltfreundlich auch gleich mit für tierfreundlich. Wir müssen lernen mit unseren Ressourcen sinnvoll und bewußt umzugehen. Weg von der „Geiz ist geil“-Mentalität und eben nicht die hundertste Plastikbürste kaufen.

Wie seht ihr das? Wir sind gespannt auf Euer Feedback!

Noch mehr zu diesem Thema:
Qualität statt Quantität von MeinFaible

3 Kommentare

  1. Hallo Tina,

    ein toller und vor allem ehrlicher Artikel! Ich finde es super, dass ihr die Kundenfrage hier diskutiert. Es wird noch viele andere Pferdefreunde geben, die sich mit der Frage beschäftigen. Auch ich habe eine Bürste mit Rosshaar, dafür eine andere mit Borsten aus Kokos-Fasern. Letzteres ist wahrscheinlich auch nicht gerade umweltfreundlich, weil es erst importiert werden muss….

    In meinen Augen scheint es die perfekte Lösung zu geben, aber jeder muss für sich selber entscheiden, welchen Beitrag er für die Umwelt leisten möchte. Das ist ja nicht nur bei dem Kauf von Artikel für Pferde so. Transparenz, so wie ihr sie hier zeigt, ist dabei ein wichtiger Schritt. Mir ist es oft zu mühselig nachzufragen und dann kaufe ich das Produkt dann doch lieber nicht. Genau so wie Miri setze ich auf Qualität statt Quantität. Das beudetet aber auch, dass man viel Zeit damit zubringt sich über die Produkte zu informieren, die man dann hoffentlich für lange Zeit verwenden kann.

    Viele Grüße, Saskia

    • Hallo Saskia,
      Danke für Dein Feedback. Man ist halt wirklich hin und her gerissen. Aber ich denke eben das auch Deine erwähnte Koksfaser wenigstens biologisch abbaubar ist. Und Plastikmüll sollte eben wirklich vermieden werden. Also einen sauren Drops müssen wir lutschen 😉 Und weniger ist definitiv mehr!
      Viele Grüße
      Tina

  2. Pingback: Qualität statt Quantität? |

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